Wenn sich Philosophen treffen

Auf okcupid bin ich mit ihm ins Gespräch gekommen. Er wohnte nur zwanzig Zugminuten entfernt und man hatte viele gemeinsame Interessen. Zuerst schrieben wir nur ganz harmlos über Dinge, die uns so beschäftigten. Beide studieren wir Philosophie, haben ein Flair für die Sprachphilosophie insbesondere, hören ähnliche Musik, beide eine komplizierte Familiengeschichte. Viele Abende schickten wir uns Zeilen hin und her, auf Englisch und Französisch, zuweilen sogar auf Mittelhochdeutsch… Bei so viel Gesprächsstoff musste ein Treffen her. War wir von dem Treffen erwarteten? Ich war direkt. Ich suchte im Moment nur Sex oder bestenfalls neue Freunde – eine feste Beziehung ist im Moment nicht in meinem Sinn. Er war offen für alles.

Wir trafen uns an einem regnerischen Nachmittag in seiner Stadt. In der Bahnhofsunterführung erkannte ich ihn sofort, die versprochenen 1.85m, die dunklen Haare. Ich musste lächeln, waren wir doch beide ganz in Schwarz gekleidet. Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen  links. Wir spazierten los durch den Regen, ich erzählte von meinem Wochenende, das ich in einem Pfadfindercamp verbracht hatte. Unser Gespräch schwang um zu Fantasyromanen. Er war ein sehr unruhiger Mensch, auffällig sarkastisch – das irritierte mich etwas, aber weckte auch grosse Neugier in mir. Er schlug vor, aufgrund des Wetters ein Café aufzusuchen und die Tour durch die Stadt etwas zu verschieben.

Da sassen wir uns also in einem Szenecafé in der Romandie gegenüber und plauderten. Hauptsächlich über Dialekte, Sprache, unser Studium – das Gespräch lief zwar, aber floss nicht. Ich war zugegeben auch etwas abgelenkt von seinem Akzent. Oxfordenglisch mit französischen Einschlägen – herrje, ich habe echt ein Flair fürs Akkustische. Er hatte seinen Espresso und ich meinen Café au lait ausgetrunken, wir verliessen das Lokal, zogen durch die Strassen. Es nieselte, er machte sich Sorgen, dass ich krank würde, ich betonte mehrmals, wie sehr ich Regen mag.

Wir trieben durch die Gassen, ein hübsches Städtchen war das hier. Er hatte viel zu erzählen, wusste einiges an historischen Hintergründen. Auf einer Brücke hielten wir inne, genossen die Weitsicht. Beinahe schon romantisch, die Szene. Die Blicke, die wir uns zuwarfen, sprachen Bände. Ob wir in seine Wohnung gehen wollen, fragte er. Wollte ich. Quer durch die Altstadt spazierten wir also zu seinem kleinen 1-Zimmer-Appartment.

Dort angekommen stach mir der Rauchgeruch in die Nase – er qualmte also nicht nur draussen ununterbrochen, sondern auch in seiner Wohnung. Ob ich Kaffee oder Tee wolle. Gerne. Ich wählte einen Verveinetee und setzte mich auf einen Stuhl. Gewohnt unruhig werkelte er am Wasserkocher herum. Setzte sich. Sprang wieder auf. Zeigte mir einige seiner Bücher, die er für seine Arbeiten noch lesen sollte. Inzwischen nuckelte ich an meinem Tee und fühlte mich im Gegensatz zu ihm wie die Ruhe selbst. „You seem to be quite nervous“ sagte ich mit einem Lächeln. „That’s because of you, I guess“ sagte er und küsste mich.

Die Küsse wurden schnell intensiver, er zog mich auf seinen Schoss, zog mir mein Oberteil über den Kopf. Er bearbeitete meine Brüste mit grosser Aufmerksamkeit. Die Situation war doch sehr aufregend. Als ich dann fand, dass wir genug geknutscht hatten, stand ich auf, zog ihn hoch, und bugsierte uns zum Bett. Er drehte mich auf den Bauch, zog meine Hose und Slip runter und begann, mich zu fingern und zu lecken, nicht ohne mich zu meiner grossen Überraschung und Erregung ganz schön hart anzupacken. Ich kassierte ein paar Schläge auf den Hintern, einige Bisse in Hüfte und Arsch. Fingern konnte er auch, wenngleich er etwas heftig loslegte.

Als ich beschloss, dass er mal an der Reihe war, richtete ich mich auf und begann, seine Hose zu öffnen. Gnädigerweise entledigte er die Kleider für mich und ich begann, seinen Schwanz zu blasen. Neugierig wie ich war, versuchte ich den Spiess umzudrehen, zu schauen, ob er aufs dominiert werden anspreche. Und das tat er. Er stöhnte auf, als ich ihn in Nippel und Hals biss während ich mit der Hand weiterwichste.

„I want to feel you“ sagte er, sprang auf, nahm ein Kondom aus seinem Schrank. Er drehte mich auf den Rücken, drang in mich ein, fickte in schnellen tiefen Stössen. Ich glaube, er ist so eine Person, die man als Rammler bezeichnen würde. Keine Variation, aber sei’s drum, immerhin das drumherum war sehr gut. Während er mich fickte, biss er mir völlig überraschend in den Oberarm. Auf Schmerz stand ich ja, aber es gab weitaus bessere Stellen. Vor allem würde das ziemlich heftige Blutergüsse hinterlassen. Mist.

Sein Handy klingelte. Er versuchte es zu ignorieren, sagte dann jedoch, dass es ihn zu sehr ablenke, und ging ran. Da stand er also, telephonierend, seine Latte erstreckte sich steil in die Luft, er war wirklich ganz schön anzusehen. Als er das Gespräch beendet hatte, entschuldigte er sich mehrmals – zurecht, ich fand es tatsächlich ein wenig unhöflich. Wir hatten aber noch Spass bis er kam, plaudeten danach auf seinem Bett sitzend, bis ich fand, dass es Zeit wurde, zu gehen.

Ich hatte während dem ganzen Treffen den konstanten Drang ihn zu beruhigen, hinter die Gründe für seine Unruhe zu kommen. Eine interessante Person. Wir haben noch immer schriftlichen Kontakt – bisher hat’s nicht geklappt mit weiteren Verabredungen, weil zuerst ich, dann er krank wurde. Ich wäre aber einer Wiederholung nicht abgeneigt – ich denke, das hat Potential.

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