Motherfucking Steve, I’ll fucking shove your own head up your dry asshole if you don’t shut the fuck up.

Ich habe ihn Steve genannt. Er begleitet mich schon seit Jahren durch mein Leben und stellt sicher, dass ich mich an nichts so fest kette, dass es tatsächlich schmerzen würde, es zu verlieren. Dieses Mal habe ich Steve aber ausgetrickst. Denn wir beide wissen es. Würde ich meinen Daddy verlieren, würde das ganz schön weh tun. Er ist mein Zuhause. Vielleicht mein erstes richtiges Zuhause.

Ich weiss, dass Daddy sich mit seiner Partnerin Anna in einer Bar am Fluss trifft, bevor sie hierher kommen. Das gibt mir noch Zeit, um alles in Ordnung zu bringen. Vor allem sein Schlafzimmer – holla. Nicht, dass er es erwarten würde. Aber ich will ihm zeigen, dass ich seine anderen Beziehungen unterstütze, auch wenn mir Steve manchmal einen Streich spielt und ich wütend auf Daddy werde.

Ich mag Anna, ich habe sie bereits einmal getroffen. Ausserdem date ich Annas festen Freund, ihren Hauptpartner. Ich bin nicht besonders gesprächig. Daddy jedoch liebt es zu erzählen und zu diskutieren. Die beiden quatschen vor allem, wenn sie zusammen Zeit verbringen. Und für sie ist es toll, ihre Sexualität mit einem neuen Partner zu erforschen. Daddy ist erst ihr zweiter. Und Daddy, naja, Daddy ist das alles ein wenig zu sanft, aber er mag sie gerne.

Nachdem ich mit im Wohnzimmer noch meine Lieblingsbacksendung angeschaut habe, gehe ich brav Zähne putzen und verkrieche mich mit fünf Kissen und meinen drei Lieblingsstofftieren im Bett. Wir haben getrennte Schlafzimmer. Ich habe mir extra nichts vorgenommen, um mich zu testen. Ich wohne jetzt ja schliesslich mit Daddy zusammen, da könnte das immer wieder vorkommen. Über Kafkas Urteil schlafe ich ein. Ich höre die beiden noch nicht mal Nachhause kommen.

Ich habe diese komische Angewohnheit, nach drei Stunden hellwach aus dem Schlaf zu fahren. So auch diese Nacht. Ich muss pinkeln. Ich stehe auf, taste den Weg durch den Flur, und höre die beiden lachen im Nebenzimmer. Eine schreckliche Wut fährt in mir auf, Steve übernimmt das Steuer.

„Hey, Kleines. Daddy ist Dir nicht mal Hallo sagen gekommen und jetzt schon seit Stunden mit der Schlampe im Bett. Findest Du das in Ordnung?“

Ich versuche ihn zu ignorieren, doch die Tränen kullern bereits.

„Weisst Du, mit Dir kann man nicht so gut reden. Du bist so schweigsam, das langweilt ihn. Mit ihr hat er bestimmt viel mehr Spass.“

Halt Deine verdammte Fresse, Steve. Halt Deine verdammte Fresse.

Ich versuche die Stimme in meinem Kopf zu ignorieren. Schlüpfe in eine Leggins. Schnüre meine Laufschuhe zu. In einem Kopf dröhnt laut Tool. Ich schreibe Daddy kurz eine Nachricht, dass ich laufen bin. Nicht dass er sich Sorgen macht. Es ist bereits kurz vor zwei Uhr morgens.

Ich gehe nach draussen und versuche, von Steve davonzulaufen. Doch er lacht mich nur aus.

„Alles Lügen, dass er sein Leben um Dich rumplanen will. Er kann nicht alleine sein, und Du warst die einzige, die ihn gerade genommen hat. Ich wette, er findet noch eine bessere, und dann stehst Du allein da. Du wirst wieder um die Beziehung gekämpft haben, Du wirst wieder Deine ganze Liebe reingeschüttet haben, und er findet jemand anderes lustiger. Vielleicht plant er mit ihr jetzt schon, wie Du ausziehen und sie einziehen wird.“

Ich schreie, Bäche an Tränen laufen meine Wangen runter. Ich kicke gegen die Nächste Wand. Hart. Härter. Mein Fuss schmerzt. Ich setze mich auf den Boden und vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. Ich versuche ruhig zu atmen. Ich will mit den Fäusten gegen den Beton hämmern bis sie bluten. Ich brauche Daddy. Ich komme nicht klar. Ich  brauche ihn.

„Daddy, I really need you.“ Sage ich mit zitternder Stimme während ich an die Tür klopfe. Die beiden sind noch immer wach. Ich schäme mich, dass ich nicht klar komme mit meinen Emotionen.

Er hält mich im Arm auf dem Sofa, lässt mich weinen. Sagt, dass Steve mir allerhand schlimme Gedanken in den Kopf pflanzt. Dass er mich will, dass er mit mir wohnen will, dass er wegen mir Jobs sucht, die es ihm ermöglichen, mit mir in zwei Jahren in den Norden zu ziehen. Dass er jede seiner anderen Beziehungen wenn nötig beenden würde, damit wir funktionieren. Dass ich nicht schwach bin, sondern dass Steve viel zu viel Bestätigung gekriegt hat bis jetzt. Aber jetzt sei alles anders. Selbst wenn es Probleme gäbe zwischen uns, würden wir beide wohl monatelang daran arbeiten, bis wir keine Lösung mehr sehen würden. Und dass ich demnach vor gar nichts Angst zu haben brauche. Dass Daddy nicht wisse, was er ohne mich machen solle. Dass ich das Beste sei, was ihm in seinem Leben je passiert sei.

Noch immer schreit Steve miese Dinge, die mich in Tränen ausbrechen lassen. Doch es ist nicht mehr ganz so beängstigend. Steve wirkt wie ein kleines, wütendes, verängstigtes Kind, dass nicht klar denken kann. Ich schreie Steve an, endlich die Fresse zu halten. Ich schreie Steve an, mir mein Glück zu gönnen. Ich schreie Steve an, mich dieses Mal nicht zum davonlaufen zu zwingen. Daddy bleibt bei mir, bis ich schläfrig werde.

Gegen sieben wache ich schon wieder auf. Ich gehe in den Garten, reisse Unkraut raus. Grabe die Gartenbeete um. Auf allen Vieren, Elektro in mein Ohr dröhnend arbeite ich. Aus dem Augenwinkel sehe ich Daddy rauchen. Ich bin schwitzig und dreckig, und er schliesst mich in seine Arme.

„Daddy, would you scrub me clean, please?“

„I’d love to, tiny one.“

Wir gehene nach oben. Er streift mir langsam Hose und Top ab, lässt warmes, schaumiges Wasser einlaufen. Er streift mein Höschen über meine Hüfte, seufzt. Daddy liebt meinen Po. Ich muss kichern.

Er steckt mich in die Wanne, nimmt meinen Enten Waschlappen und schrubbt mich gründlich und sanft sauber.

„Sweetie, you know that you’re Daddy’s princess, right? You know that you’re the center of my world? You know that you’re my soulmate? I’m sorry that you have a slutty Daddy. But noone could ever change how I feel about you, tiny one.“

„I’m a slutty girl too, Daddy. I can understand that. I just sometimes get very scared.“

„I know, my loved little slut. But I ain’t going to let you down. Promise.“

„Nose promise?“

„Nose promise“, antwortet er und kommt näher, damit ich seine Nase ablecken kann. Ich kichere, und er lächelt. Dieses schöne Lächeln, bei dem man die freundlichen Falten um seine Augen sieht, sein ganzes Gesicht einen Ton röter wird. Sein Lachen, dass zeigt, dass er sich geliebt fühlt.

Ich schaue ihn ganz ernst an. „Daddy, you need to lick my nose too in order for it to be a valid promise.“

Er leckt meine Nase ab. „Here you go, silly. Daddy is going to have a cigarette, if that’s alright.“

Ich geniesse das warme Wasser, mein Kopf ist leer, ich bin erschöpft.

„Anna is awake too, sweetie. How does pancakes for breakfast sound to you?“, fragt Daddy, der seinen Kopf durch die Tür steckt.

„Very good, daddy!

„And don’t forget, princess, nose promise!“

Ich lächle. Pancakes sind mein Lieblingsfrühstück.

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